Genetik

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Genetik – ein Buch mit sieben Siegeln ?                               

– das muß es nicht sein ! 

Ich zeige Ihnen hier an Hand der Tabelle und folgenden Erklärungen, daß es gar nicht so kompliziert ist, wie es anfangs vielleicht ausschaut:

Die Farbe der Katzen wird nur im X-Chromosom (weibliches Chromosom) getragen.
Kater sind XY (das Y ist das männliche, nicht Farbe tragende Chromosom).;
Kätzinnen sind XX. Deshalb bekommen weibliche Kitten ihre Farbe von beiden Elternteilen (sie bekommen ein X von ihrer Mutter und von ihrem Vater).
Kater bekommen ihre Farbe nur von der Mutter (sie bekommen ein X von der Mutter und das Y, das keine Farbe trägt von ihrem Vater). Das erklärt, warum Kätzinnen torbies und torties sein können, aber torbie- und tortie-Kater meistens steril sind (sie bekommen ein X (weibliches) Chromosom von beiden Elternteilen und ein y (männliches) Chromosom von beiden Elternteilen und ein y (männliches) Chromosom von ihren Vätern, macht XXY.

Der rezessive Verdünnungsfaktor, wie auch immer, kann entweder von einem oder beiden Elternteilen vererbt werden. Um Verdünnung erscheinen zu lassen, muß die Katze von jedem Elternteil Verdünnung geeerbt haben. Black (brown) tabby oder auch black solid verdünnt zu blue tabby bzw. blue solid, red verdünnt zu cream, die Zeichnung spielt also keine Rolle dabei.
Das Gen für solid (non-agouti; ohne Zeichnung) muß von beiden Elternteilen vererbt werden, damit die Katze solid (non-agouti) wird. Der Scheckungsfaktor, der Katzen mit weiß produziert ist separat von X und Y Chromosom. Werden zwei Vollfarben -Katzen miteinander verpaart (rot oder black), oder eine Vollfarbe mit einer Verdünnten Farbe (cream oder blue), so müssen beide Elternteile Verdünnungsträger sein, damit wieder Verdünnung erscheint.

***weiß maskiert andere Farben, wenn eine homozygote weiße (eine Katze, die zwei Gene für weiß trägt), mit einer farbigen Katze verpaart wird, werden deren Kitten weiß, die Farbe des anderen Elternteils maskierend (heterozygot weiß). (Ein Kitten, daß heterozygot für weiß ist, zeigt gewöhnlich einen Spot oder Spots der maskierten Farbe. Diese Spots verschwinden, wenn das Kitten heranwächst). Wenn eine homozygote weiße mit einer heterozygoten weißen Katze verpaart wird, können deren Kitten homozygot oder heterozygot für weiß sein. Wenn eine heterozygote weiße Katze mit einer farbigen Katze verpaart wird, können die Kitten heterozygote weiße oder die Farbe oder die maskierte Farbe der Eltern (s. Farbtabelle). Wenn beide Eltern heterozygot für weiß sind, können die Kitten homozygote weiße, heterozygote weiße oder die maskierte Farbe der Eltern sein.Wenn beide Elternteile homozygot sind, werden alle Kitten homozygote weiße Katzen.

Smoke (black tipped solids), silver (black tipped tabbies), blue smoke (blue tipped solids), blue-silver (blue tipped tabbies), golden (brown tipped solids or tabbies), and cameo (red or cream tipped solids or tabbies) werden produziert durch ein dominantes Erbgen, welches, je nach der Särke des Gens,den Ausdruck der Farbe vom Haar am Haaransatz vererbt. Der Anteil der Schattierung kann von minimal (das Haar ist gefärbt von der Spitze bis dicht an die Haut) bis zu extrem (die Farbe ist begrenzt auf die Haarspitze). Sie können die Farben, die sie aus Ihren tipped (silver) Katzen erhalten können, feststellen, indem Sie das Wort ,,silver“ (tipped) in der Farbtabelle hinzufügen. Um Silber zu erhalten muß ein Elternteil oder beide selbst (smoked, tipped) sein !

So, das war´s. Ich hoffe, das dieser kleine „Schnell-Kurs“ in Sachen Farbgenetik Ihnen ein wenig geholfen hat. Natürlich wurde auch mir dieses Wissen nicht mit in die Wiege gelegt. Wer mehr wissen möchte, sollte die Nase vielleicht mal in das Buch „Genetics For Cat Breeders“ von Roy Robinson stecken
Di Everett hat auch eine Farbfiebel für Maine Coons herausgegeben, allerdings sind beide Bücher in englischer Sprache.

Englische Bezeichnungen und deren Bedeutung:

tabby (agouti) gestromt, mit Zeichnung
classic tabby/blotched tabby Ränderzeichnung: im Schulterbereich wie ein Schmetterling und auf jeder Seite je ein großer Kreis (bull`s eye) die Streifenan den Vorder- und Hinterbeinen sind breiter und weiter gesetzt als bei mackerel.
mackerel tabby Tigerzeichnung: schmale vertikale Streifen, die gleichmäßig über den Körper verteilt sind. Die Streifen anden Vorder- und Hinterbeinen sind schmal und eng.
spotted tabby Tupfenzeichnung : Punkte, Daumenabdrücke, die gleichmäßig über den Körper verteilt sind.Streifen an Vorder-Hinterbeinen und Schwanz , weit gesetzt wie calssic tabby.
tortie schildpatt
torbie (tortie tabby) schildpatt gestromt (tabby zeichnung)
agouti die einzelnen Haare sind mehrfach gebändert
non agouti (nicht agouti) einfabig (ohne Zeichnung)
smoke dunkle Haare mit heller Unterwolle
tipped dunkle Haarspitzen bei heller Unterwolle

Kleines 1×1 der Vererbung  der Fellfarben

  G E N E T I K  1. Teil:

                   Gensymbole und ihre Bedeutung

 

Farbbestimmende Gene
A = Agouti, bedeutet Bänderung des einzelnen Haares in mehreren Farben, vorhanden bei gestromten Katzen, Abessiniern etc.
a = non-Agouti, bedeutet entgegengesetzte Wirkung zu A, also Nicht-Agouti, das einzelne Haar weist keine Bänderung auf.
B = Gen für Nicht-Chocolate. Verhindert die Verteilung des Farbstoffes im Haar, es kann keine chocolate oder lilac Farbe entstehen.
b = Chocolate (brown) Gen. Verändert schwarz zu chocolate und (zusammen mit dem Gen für Verdünnung, siehe d) blau zu lilac
b1 = light chocolate (helles chocolate = cinnamon)
C = Farbgen für Vollfärbung, d.h. dieses Gen verhindert die Ausbildung einer Maskenzeichnung
cs = Gen für Maskenzeichnung, vorhanden z.b. bei Siam, Colourpoint, Birma etc.
cb = Farbgen für Burmesen. Bewirkt die nur noch minimale Ausprägung einer Maske und verändert schwarz zu braun
D = Gen für „dichte“ (dense) Verteilung der Farbstoffe im Haar, vorhanden bei den sog. Vollfarben schwarz, rot, schildpatt, chocolate
d = Gen für Farbverdünnung, d.h. es wird eine unregelmäßige Verteilung der Farbpartikel im einzelnen Haar bewirkt die Farben aufgehellt erscheinen läßt. Verdünnt schwarz zu blau, rot zu creme, schildpatt zu blauschildpatt, chocolate zu lilac.
g = Handschuhgen (Hl. Birma)
I = Gen für Spitzenfärbung (Melanin-Inhibitor) auch „Silber-Gen“ genannt, verhindert die Einlagerung von Melanin-Farbstoff im Haarschaft, so dass nur noch die Haarspitzen farbig erscheinen und der Haargrund silber-weiß bis grau (Chinchilla, Silvershaded, Smoke, Cameo etc.) Dieses Gen kann nur dominant vererbt werden d.h. es muß wenigstens bei einem Elternteil vorhanden sein, damit es sich auch bei den Jungtieren zeigt. Somit kann es keine „Silber-Träger“ geben.
i = kein Vorhandensein des Gens für Spitzenfärbung (Melanin-Inhibitors); verhindert die Ausbildung von Spitzenfärbung.
L = Kurzhaar-Gen, verhindert übermäßiges Längenwachstum des Haares und ist bei allen Kurzhaarkatzen vorhanden.
l = Langhaar-Gen, bewirkt die Bildung des langen, seidigen Fells der Perserkatzen, ist ebenfalls vorhanden bei mittellangem Haar.
O = „Orange“-Gen, verantwortlich für rote und creme Färbung der Haare. Dieses Gen ist nicht vollständig dominant über das „Nicht-Rot-Gen“ (schildpatt, blauschildpatt, chocolateschildpatt, lilacschildpatt-Oo-). rot (OO/OY)
o = Farbe des Haares nicht rot. Bei gleichzeitigem Vorliegen des Allels O Zwischenformen, rot und nicht rot in einem Fell = schildpatt, blauschildpatt, chocolateschildpatt, lilacschildpatt. Nicht rot (oo/oy)
R = Glatthaar
r = Cornish Rex
re = Devon Rex
S = Gen für Weißscheckung, bewirkt die Aufteilung des Fells in weiße und farbige Partien (bicolor etc.)
s = Gen für „Einfarbigkeit“, verhindert Scheckung mit weiß.
TA = Absessinier-Tabby
T = Mackerel-Tabby (Tigerung)
tb = Blotched (oder Classic) – Tabby (Stromung)
W = epistatisches* Weiß. Verhindert das pigmentbildende Zellen zu den einzelnen Haarfolikeln gelangen. Gen für komplette Weißfärbung des Fells, es ist keine Farbe mehr vorhanden.
W = Gen für Farbigkeit des Fells im Gegensatz zur Weißfärbung.
(* Epistase, engl. Epistasis: Überdecken der phänotypischen Manifestation eines Gens durch ein anderes, das nicht zum gleichen Geenpaar gehört.)                                                         © B.Renner

 

  1. Teil: Vererbung des Geschlechts
Kätzin 38 XX
Chromosomen*1
  Kater 38 XY
Chromosomen*1
ò   ò
Eizelle   Samenzelle
÷ ø   ÷ ø
19X 19X   19X 19Y
ò ø   ÷ ò
ò   ÷ ø   ò
ò ÷   ø ò
ò ÷   ø ò
ò ò   ò ò
38 XX weibliches Jungtier   38 XY männliches Jungtier
*1Chromosomen = Zellen, die sich zum Zweck der Fortpflanzung teilen und identisch duplizieren. © B.Renner

 

  1. Teil: Genetische Besonderheit – 

die geschlechtsgebundene Vererbung von Rot

Wird eine Erbinformation vom Gonosom (Geschlechtschromosom) X oder Y getragen, liegt geschlechtsgebundene Vererbung vor. Die rote Fellfarbe eines Tieres wird durch ein Gen hervorgerufen, welches die chemische Struktur des schwarzen Pigments verändert. Bei der Katze liegt dieses Gen auf dem X-Chromosom.

Das Gensymbol für rot (creme) ist „O“ (Orange), für nicht-rot „o“ (nicht-orange).
Eine Kätzin vererbt (siehe Schaubild) zwei X-Chromosomen (XX) und kann
XXOO= rot*3
XXOo= schildpatt*4 oder
XXoo= schwarz*2 sein.

Ein Kater vererbt nur ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom das kein Farbgen(-) trägt (XY). Demzufolge kann er nur
XYO-=rot*3 oder
XYo-=schwarz*2 sein.
*2schwarz steht hier für: „Fehlen des O(range)-Gens“, also für die Farben: schwarz, chocolate, blau, lilac
bei allen Varianten (-smoke, -bicolor, -tabby, -point -etc.)
*3rot für die Farben: rot, creme bei allen Varianten (-smoke, -bicolor, -tabby, -point, -etc.)

 

Vereinfacht:
OO= rote (creme) Kätzin
Oy= roter (creme)Kater
Oo= schildpatt (*4 = schwarzschildpatt, blauschildpatt,
chocolateschildpatt, lilacschildpatt)
oo= schwarze (schwarz, blau, chocolate, lilac) Kätzin
oy = schwarzer (schwarzer, blauer, chocolate, lilac) Kater

 

Beispiel1: Verpaarung Katze rot (OO) x Kater schwarz (oy)

 

    Kater, schwarz oy  
    o y  
Katze rot O Oo Katze schildpatt Oy Kater rot  
OO O Oo Katze schildpatt Oy Kater rot  

Merke: Eine rote*3 Katze kann nie ein schwarzes*2 Jungtier werfen!
Ein weibliches Jungtier in schwarz*2 muß einen Vater in schwarz*2 haben!

 

Beispiel 2: Verpaarung Katze schwarz (oo) x Kater rot (Oy)

 

    Kater, rot Oy  
    O y  
Katze schwarz o Oo Katze schildpatt oy Kater schwarz  
oo o Oo Katze schildpatt oy Kater schwarz  

Merke: Eine schwarze*2 Katze kann nie ein rotes*3 Jungtier werfen!

 

Beispiel 3: Verpaarung Katze schildpatt (Oo) x Kater rot (Oy)

 

    Kater, rot Oy  
    O y  
Katze schildpatt O OO Katze rot Oy Kater rot  
Oo o Oo Katze schildpatt oy Kater schwarz  

Merke: Eine Schildpatt*4 kann mit einem roten*3 Kater nie ein weibliches Jungtiere in schwarz*2 werfen!
Ein weibliches Jungtier in rot*3 muß einen Vater in rot*3 haben und die Mutter muß schildpatt*4 oder rot*3 sein!

 

Beispiel 4: Verpaarung Katze schildpatt (Oo) x Kater schwarz (oy)

 

    Kater, schwarz oy  
    o y  
Katze schildpatt O Oo Katze schildpatt Oy Kater rot  
Oo o oo Katze schwarz oy Kater schwarz  

Merke: Eine Schildpatt*4 kann mit einem schwarzen*2 Kater nur männliche Jungtiere in rot*3 bekommen! Ein weibliches Jungtier in schwarz*2 muß einen Vater in schwarz*2 haben!

 

In Bezug auf Chocolate und Lilac gibt es noch eine weitere Besonderheit:

Genetisch Chocolate aber rot*3???

 

Beispiel 5: Verpaarung Katze chocolateschildpatt (bb Oo) x Kater chocolate (bb oy)

 

    Kater, chocolate oy
    o y
    b b b b
    bo bo by by
    b Ob bb Oo chocolate-schildpatt bb Oo chocolate- schildpatt bb Oy Kater rot gen. Choc. bb Oy Kater rot gen. Choc.
Katze chocolate-schildpatt O b Ob bb Oo chocolate-schildpatt bb Oo chocolate- schildpatt bb Oy Kater rot gen. Choc. bb Oy Kater rot gen. Choc.
bb Oo o b ob bb oo chocolate bb oo chocolate bb oy chocolate bb oy chocolate
    b ob bb oo chocolate bb oo chocolate bb oy chocolate bb oy chocolate
        weibliche Jungtiere männliche Jungtiere

Merke: Rote(creme)*3 Kater aus chocolateschildpatt (oder lilacschildpatt) x chocolate (lilac) sind immer genetisch chocolate (lilac)!

 

Beispiel 6: Verpaarung Katze chocolateschildpatt (bb Oo) x Kater rot gen. choc. (bb Oy)

 

    Kater, rot genetisch chocolate bb Oy
    O y
    b b b b
    bO bO by by
    b Ob bb OO Katze rot gen.Choc. bb OO Katze rot gen.Choc. bb Oy Kater rot gen. Choc. bb Oy Kater rot gen. Choc.
Katze chocolate-schildpatt O b Ob bb OO Katze rot gen.Choc. bb OO Katze rot gen.Choc. bb Oy Kater rot gen. Choc. bb Oy Kater rot gen. Choc.
bb Oo o b ob bb Oo chocolate-schildpatt bb Oo chocolate-schildpatt bb oy chocolate bb oy chocolate
    b ob bb Oo chocolate-schildpatt bb Oo chocolate-schildpatt bb oy chocolate bb oy chocolate
        weibliche Jungtiere männliche Jungtiere

Merke: Rote Kätzinnen*3 die genetisch chocolate (lilac) sind müssen einen Vater in rot*3 habe, der selber ein genetischer chocolate (lilac) ist und eine chocolateschildpatt (lilacschildpatt) oder rote*3, genetisch

chocolate, Mutter haben! Durch diesen Umstand ist ein weibliches Jungtier in rot*3 welches genetisch chocolate ist sehr selten.

 

Rote*3 Kater die genetische Chocolates sind, können auch aus der Verpaarung einer Schilpatt (oder Blauschildpatt) die chocolate trägt mit einem schwarzen (blauen) Kater der chocolate trägt fallen. Aber hier
weis man bei den roten*3, männlichen Jungtieren dann nicht ob sie
rote*3 genetische Chocolates oder nur rote*3 Chocolateträger sind, da beide zu gleichen Teilen fallen können. Herausfinden kann man das nur durch spätere Testverpaarungen mit einer Chocolate (lilac, chocolateschildpatt, lilacschildpatt) Kätzin. Fällt dann in diesem Wurf nur ein einziges Jungtier in schwarz (blau, schildpatt, blauschildpatt) ist der rote*3 Vater kein genetischer Chocolate.                             © B.Renner

*

  1. Teil: Wie „errechne“ ich die Farben
    die fallen können?

Für alle Varianten von Verpaarungen, verfahren Sie einfach wie folgt:

zunächst nehmen sie den Stammbaum und stellen fest, welche genetische Buchstabenkombination Ihre Katze / Ihr Kater hat und schreiben diese nach der Reihenfolge der Gensymbole (Buchstabenliste) und der Buchstaben die auf ihre Katze zutreffen auf. Vergessen sie dabei nicht auch die Elterntiere Ihrer Katze / Ihres Katers zu berücksichtigen, z.B. ihre schwarze Katze hat einen schwarzen Vater (DD) und eine blaue Mutter (dd), dann ist sie selber Träger für die Verdünnung = Dd. Sie brauchen nicht alle Buchstaben zu verwenden. Wenn Sie z.B. kein tabby bei den zukünftigen Elterntieren im Stammbaum haben, brauchen Sie das Agouti-Gen (A) nicht zu berücksichtigen usw.

Beachten Sie, dass die Chromosomen paarweise in den Zellkernen aller Körperzellen vorhanden sind. Sie müssen also immer ein Buchstabenpaar aufschreiben und das dominante Gen (Großbuchstabe), sofern vorhanden, zuerst schreiben. Mal angenommen Sie haben eine Lilac-tortie-weiß-point, (Vater chocolate point, Verdünnungsträger; Mutter lilac tortie weiß, Colourpointträger) deren Buchstabenkombination wäre: bb cscs dd Ss Oo

Ihre Buchstabenkombinationen schreiben Sie dann in das Kombinationsquadrat (Beispiel siehe oben, unter „Die geschlechtsgebundene Vererbung von Rot“). Sie müssen immer pro Buchstabenpaar bei Katze und Kater die Anzahl ihrer Kästchen verdoppeln, also 2-4-8-16-32-64 usw. (somit steigt auch die Anzahl der Kästchen in dem Quadrat – welches die Jungtiere angibt die fallen können – auch an 4-16-64-256-1024-4096). Damit Ihr Kombinationsquadrat nicht ins Unendliche ausartet, sollten Sie wirklich nur die Buchstabenpaare in das Kombinationsquadrat eintragen die für sie wichtig sind (z.B. das Buchstabenpaar ll für Langhaar können sie weglassen wenn Sie sowieso nur Perser verpaaren, dann werden nämlich auch immer nur Perser herauskommen und das muß man nicht noch einmal extra auflisten; verpaaren Sie allerdings Perser=ll mit Exoten=Ll od. =LL, dann sollten sie dieses Buchstabenpaar schon eintragen). Wenn Sie eine Weile mit dem Kombinationsquadrat gearbeitet haben, finden Sie heraus welche Dinge Sie weglassen können. Meist kommt man mit einem Kombinationsquadrat von 3 Zeilen aus.

Wenn Sie die Buchstabenkombination Ihres Katers (und Ihrer Katze) unter Kater (Katze) eingetragen haben, nehmen Sie das erste Buchstabenpaar z.B. Bb und tragen es in die oberen beiden Kästchen ein und zwar ein Buchstabe in das linke und ein Buchstabe in das rechte Kästchen = / B / b /. Danach nehmen sie das 2. Buchstabenpaar, z.B. Dd und tragen in die 4 Kästchen das Buchstabenpaar wie folgt ein: / D / d / D / d /. Bei den nächsten Buchstabenpaaren verfahren Sie dann genauso bis sie alle Buchstabenpaare eingetragen haben.

In der Reihe zwischen den Pfeilen, tragen Sie nun jeweils den Buchstaben aus der oberen 1. Reihe, dann den aus der 2. Reihe und den aus der 3. Reihe ein (sie „zählen“ diese sozusagen zusammen) und erhalten eine Reihe von jeweils 3 Einzelbuchstaben.

Nun nehmen Sie je einen Einzelbuchstaben von der Katze und vom Kater und fügen sie in das jeweilige Kästchen ein in dem sie zusammentreffen. Hier erhalten Sie dann wieder mehrere neue Buchstabenpaare. Diese geben den genetischen „Code“ Ihrer Jungtiere an und Sie können (auch mit Hilfe der Buchstabenliste) sehen, welche Farben etc. in Ihrer Verpaarung fallen können (siehe Beispiel 7).

Kleiner Tip: Wenn Sie OY oder oy in die ersten beiden Kästchen (beim Kater) eintragen, gibt die linke Hälfte des Kombinationsquadrates immer die weiblichen und die rechte Hälfte immer die männlichen Jungtiere an.                                     © B.Renner

. Teil: Begriffe und ihre Bedeutung
– kurz erklärt

 

Allel (allele Gene) Gene, die für ein und dasselbe äußerliche (phänotypische) Merkmal verantwortlich sind und auf homologen Chromosomen an gleichen Genorten liegen.
Chromosomen Zellen die sich zum Zweck der Fortpflanzung teilen und identisch duplizieren
Chromosomensatz Für jedes Lebewesen gibt es einen feststehende Anzahl von Chromosomen. Beim Menschen 2 x 23 Chromosomen, bei unseren Katzen 2 x 19 Chromosomen.
dominant vorherrschend, überdeckend, überlagernd, sichtbar. Es handelt sich um ein dominantes Gen, wenn alle heterozygoten (mischerbigen) Katzen, die dieses Gen besitzen, es auch äußerlich zeigen.
Erbgang, Vererbungsgang Jeder Elternteil bringt in seinen reifen, auf den halben Chromosomensatz reduzierten Geschlechtszellen einen Chromosomensatz bei der Befruchtung zu dem entsprechenden des anderen Geschlechts. Auf jedem Chromosom der beiden Eltern entsprechen sich die Örter der Erbanlagen (allele Gene). Sind diese allelen Gene verschieden, so machen sich bei der Kreuzung die Mendelschen Regeln geltend. Zygoten (befruchtete Eizellen) mit gleichwertigen Anlagen heißen homozygot, solche mit verschiedenwertigen (entgegengesetzten) heterozygot. Doch braucht der Genotyp nicht dem Phänotyp (Erscheinungstyp) zu entsprechen, da bei Vorhandensein eines überdeckenden (dominanten) Merkmals das überdeckte (rezessive) nicht zur Auswirkung gelangen kann. Sind beide Merkmale gleich stark, so spricht man von intermediärer Vererbung. Rezessive Anlagen können nur homozygot in Erscheinung treten.
Gen Träger der Erbinformation, in Kopplungsgruppen (=Chromosomen) zusammengefaßt. Gene stellen spezifische Abschnitte (Loci) auf den Chromosomen dar.
Genetik Lehre von der Vererbung
Genort Jedes Gen hat seinen festen Platz auf den Chromosomen, den Genort.
Genotyp Erbbild (Gesamtheit aller Erbfaktoren) – Gegensatz: Phänotyp
Geschlechtsgebundene Vererbung Wird eine Erbinformation vom Gonosom X oder Y getragen, liegt geschlechtsgebundene Vererbung vor.
Gonosomen Geschlechtschromosomen X oder Y
Grad der Inzucht / Inzuchtintensität *siehe Tabelle unten
Heterozygotie, heterozygot mischerbig = es liegen zwei unterschiedliche Gene (ein dominantes und ein rezessives) für ein Merkmal vor. Beispiel: Aa, Bb, Dd, Ii, Ss, usw.
Homozygotie, homozygot reinerbig = zwei identische Gene liegen für ein Merkmal vor. Ist eine Katze homozygot für ein Merkmal, dann entspricht ihr äußeres Erscheinungsbild (Phänotyp) ihrem Erbbild (Genotyp). Beispiel: AA, bb, DD, dd, II, SS, usw.
Meiose Zellteilung zum Zwecke der Fortpflanzung von Lebewesen.
Mitose Zellteilung zum Zwecke der ständigen Erneuerung abgestorbener Zellen.
Mutation Sprunghafte, richtungslose Veränderung einer Erbanlage die spontan auftreten oder durch mutagene Agenzien (wie z.B. chem. Verbindungen, Röntgenstrahlen) ausgelöst werden kann.
Phänotyp Äußeres Erscheinungsbild eines Lebewesens das durch Zusammenwirken von Erbfaktoren (Genotyp) entsteht. Gegensatz: Genotyp
rezessiv zurücktretend, nicht sichtbar. Ein rezessives Gen tritt nur in reinerbigem Zustand in Erscheinung, d.h. es wird nur sichtbar, wenn 2 identische Gene für ein Merkmal vorliegen. Beispiel: chocolate = bb

 

 

* Grad der Inzucht bzw. Inzuchtintensität
(der bei Verpaarungen von verwandten Tieren entsteht)

 

 

Verpaart man ist der Grad der Inzucht in %
  1. Vater mit Tochter
25,00
  1. Mutter mit Sohn
25,00
  1. Vollgeschwister
25,00
  1. Halbgeschwister
12,50
  1. Onkel mit Nichte
12,50
  1. Tante mit Neffe
12,50
  1. Großvater(-mutter) mit Enkel
12,50
  1. Zweifache Cousins ersten Grades
12,50
  1. Vierfache Halb-Cousins ersten Grades
12,50
  1. Dreifache Halb-Cousins ersten Grades
9,38
   
Verpaart man ist der Grad der Inzucht in %
  1. Einfache Cousins ersten Grades
6,25
  1. Zweifache Halb-Cousins ersten Grades
6,25
  1. Einfacher Cousin ersten Grades mit Cousin zweiten Grades
3,13
  1. Zweifache Cousins zweiten Grades
3,13
  1. Einfache Halb-Cousins ersten Grades
3,13
  1. Einfache Cousins zweiten Grades
3,13